12000 Beschäftigte machen bei Kfz-Aktionstagen Druck für Tariferhöhung

Onlineredaktion 7. Juni 2019 0

Bei den Kfz-Aktionstagen der IG Metall haben bislang fast 12000 Beschäftigte bundesweit mit Warnstreiks und Demonstrationen Druck für ihre Forderungen gemacht: 5 Prozent mehr Geld mit einem Extraplus für die Auszubildenden. Nächste Woche wird die IG Metall erneut mit den Arbeitgebern verhandeln.

Bundesweit gab es in den letzten Tagen Warnstreiks, Kundgebungen und Autokorsos im Rahmen der Kfz-Aktionstage. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld mit überproportionalen Erhöhungen für Auszubildende. Bis jetzt haben sich fast 12000 Beschäftigte an über 200 Aktionen beteiligt.

In Baden-Württemberg beteiligten sich über 2400 Beschäftigte in mehreren Städten an den Warnstreik-Aktionen der IG Metall. In Freiburg demonstrierten Beschäftigte mit einem Autokorso durch die Stadt. In Mannheim traten Beschäftigte aus zehn Betrieben gemeinsam in einen zweistündigen Warnstreik. In Stuttgart kamen Beschäftigte mehrerer Autohäuser von Audi, Volkswagen, Porsche und Volvo zu einer gemeinsamen Kundgebung im Stadtteil Feuerbach zusammen.

In Bayern gab es Warnstreiks unter anderem in München bei der BMW-Niederlassung am Frankfurter Ring, in Augsburg bei der Mercedes-Benz-Niederlassung und bei der Schwaba GmbH. Bislang waren über 1500 Beschäftigte bei den Kfz-Aktionstagen dabei.

In Hessen demonstrierten rund 900 Kfz-Beschäftigte im Rahmen mit einer landesweiten Warnstreikstaffel mit Autokorsos in Fulda, Kassel, Frankfurt und Darmstadt für ihre Forderungen – und legten dabei zeitweise die Städte lahm. Dabei machten sie auch Station bei Autohäusern, die bislang noch nicht an Tarifverträge gebunden sind. Insgesamt waren im IG Metall-Bezirk Mitte fast 1700 Beschäftigte dabei.

In Nordrhein-Westfalen gab es unter anderem eine gemeinsame Warnstreik-Aktionen der Beschäftigten der Autohäuser von Daimler und Iveco in Köln. Auch die Beschäftigten von Fleischhauer und MAN, wo eigene Haustarifverträge gelten, beteiligten sich mit Aktionen. Allein in Köln beteiligten über 1000 Beschäftigte, in NRW insgesamt über 2000.

In Niedersachsen gab es unter anderem Aktionen in Hannover, wo Beschäftigte in zehn Betrieben im Rahmen der Kfz-Aktionstage an Warnstreiks und Kundgebungen teilnahmen, erstmals auch bei Volkswagen Motorsport. Insgesamt waren im IG Metall-Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (siehe unten) über 2000 Beschäftigte dabei.

In Hamburg und Schleswig-Holstein gab es eine Reihe von Kundgebungen in den Betrieben. Im gesamten IG Metall-Bezirk Küste, zu dem auch Mecklenburg-Vorpommern gehört (siehe unten), haben sich bislang über 1100 Kfz-Beschäftigte beteiligt.

Kfz-Beschäftigte im Osten fordern Angleichung an den Westen

Im Osten fordert die IG Metall neben mehr Geld zudem die Angleichung der Arbeitsbedingungen und Löhne an den Westen.

In Mecklenburg-Vorpommern traten die Beschäftigten von Stern Automobile in Rostock und Schwerin sowie bei MAN in Rostock in den Warnstreik.

Im IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen legten am Dienstag die Beschäftigten der Brandenburgischen Automobil GmbH in Potsdam für dreieineinhalb Stunden die Arbeit nieder. Auch die Beschäftigten des Daimler Lackier- und Karosseriezentrums in Ludwigsfelde traten erstmals in den Warnstreik. Derzeit erhalten sie im Schnitt 182 Euro weniger als ihre Berliner Kollegen. Am Mittwoch gab es dann weitere Aktionen in Berlin, Leipzig und Wildau. In Leipzig demonstrierten 350 Beschäftigte der Autohäuser von Audi, BMW, Volkswagen, MAN und des Mercedes-Benz Stern Auto Centers auf der sogenannten „Automeile“.

In Sachsen-Anhalt traten die Beschäftigten bei S&G Automobile, bei Stern Auto Center Magdeburg und an gleich mehreren Niederlassungen von MAN am Mittwoch in den Warnstreik. Neben der Angleichung der Löhne an den Westen – derzeit liegen sie um mehr als 10 Prozent darunter – fordern sie auch die Anhebung des Jahresurlaubs auf 30 Tage.

Die Tarifverhandlungen zwischen IG Metall und Arbeitgebern gehen Ende nächster Woche in Baden-Württemberg weiter.

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