Offene Mitgliederversammlung von ZF in Witten – Unternehmen plant Abweichung vom Tarifvertrag

Onlineredaktion 8. Dezember 2016 2

Heute fand eine Mitgliederversammlung der Kolleginnen und Kollegen von ZF in den Räumen der IG Metall Witten statt. Auf der Tagesordnung stand die kürzlich bekanntgegebene Forderung des Unternehmens vom geltenden Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie abzuweichen.

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In einem Schreiben der Arbeitgeberseite an die IG Metall Witten, nannte das Unternehmen eine „deutliche Reduzierung der Personalkosten” als Voraussetzung für weitere Investitionen in den Standort. Ohne diese Einsparungen, so das Unternehmen, „könnten wesentliche Teile des Investitionspakets“ anstatt nach Witten, „in das ZF Werk in Lommel, Belgien fließen“.

Angesichts der nun bekannt gewordenen Kürzungspläne, zeigten sich die Kolleginnen und Kollegen empört über das Vorgehen der Geschäftsführung. Offensichtlich wird versucht durch die Androhung von Produktionsverlagerungen eine Drohkulisse gegenüber den Beschäftigten aufzubauen, um so eine Abweichung vom Tarifvertrag der IG Metall durchzusetzen. Belegschaft und Betriebsrat haben bereits in der Vergangenheit Verbesserungsvorschläge und Konzepte zur Steigerung der Produktivität am Standort Witten vorgelegt, welche die Geschäftsführung bisher jedoch nicht beachtete.

Umso empörter zeigten sich die Kolleginnen und Kollegen über die Verknüpfung einer Investitionszusage von rund 4 Mio. € für den Standort Witten mit der nun verlangten deutlichen Reduzierung der Personalkosten. „Bevor man uns ans Geld geht, sollen die erst mal ihre Hausaufgaben machen!“, ist aus den vollbesetzten Reihen im Gewerkschaftshaus zu hören.

Die IG Metall informiert aktuell die Beschäftigten über die Forderung des Unternehmens. „Wir wollen, dass sich die Kolleginnen und Kollegen ein umfassendes Bild von der wirtschaftlichen Lage des Betriebs machen und dann auf Grundlage aller Fakten ihre Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen können, sagt Mathias Hillbrandt, erster Bevöllmächtigter der IG Metall Witten.
Der Betriebsrat plant daher einen Wirtschaftsprüfer einzusetzen, um zunächst die Zahlen des Unternehmens objektiv beurteilen zu können. „Wir werden uns in den nächsten Wochen und Monaten intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen und die Argumente der Arbeitgeberseite kritisch unter die Lupe nehmen.“

2 Kommentare »

  1. Rafael Garcia Ruiz 8. Dezember 2016 at 23:15 - Reply

    ich hab wohl ein déjà-vu. hatten/haben wir nicht ein ähnliches problem bei dew ?
    das management fährt die karre in den dreck und der kleine man soll sie dann rausziehen.
    der verzicht auf lohn, freizeitansprüche oder ähnliches und vor allen kostenlose mehrarbeit hat noch NIE einen arbeitsplatz gerettet.
    immer in erinnerung an rheinstahl, siemens, thyssen und hoesch um nur mal in unserer region zu bleiben.
    am ende entscheidet das kollektiv (BR + IGM + AG) was nie eine gesamtpositive entscheidung für den kleinen arbeitnehmer ist.

    gruß rafael (DEW)

  2. Brigitte 9. Dezember 2016 at 12:18 - Reply

    den Kollegen am Standort Nürnberg ging es genauso. StandortSicherungsvertrag, weniger Geld mehr Arbeit. und dann Arbeitslosigkeit.
    Bleiben wir bei Bosch SG auch StandortSicherungsvertrag uns Arbeitslosigkeit.
    Es gibt jede Menge Verbesserungspotential, aber man will das schnelle Geld, Gewinnmaximieren, aber nur auf Kosten der Kleinen. Warum sonst hat sich kaum eine Führungskraft- ein aussertaritiflicher an Kurzarbeit beteiligt und ich meine nicht die Geschäftsleitung.

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