Wie weiter bei ZF? Besser statt Billiger!

Onlineredaktion 17. Januar 2017 2

Am Montag (16.01.17) fand in der Wittener Werk°stadt an der Mannesmannstraße die zweite offene  Mitgliederversammlungen der IG Metall bei der ZF Industrieantriebe Witten GmbH statt. Auf insgesamt zwei Veranstaltungen wurden die Kolleginnen und Kollegen aller Schichten über die aktuellen Entwicklungen bei ZF informiert. Der Hintergrund der Veranstaltung ist die Ende letzten Jahres bekanntgegebene Forderung des Unternehmens, vom geltenden Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie abzuweichen und so Personalkosten in Millionenhöhe einzusparen.  

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Auf der Veranstaltung wurde deutlich, dass Betriebsrat und Beschäftigte nicht einfach so bereit sind finanzielle Einschnitte hinzunehmen. Zudem sei im Unternehmen Einsparpotential durch eine Optimierung von Arbeitsabläufen zu erreichen, so Heinz-Günther Grünschläger, Betriebsratsvorsitzender bei ZF in Witten. Wie in der vergangenen Woche bekannt geworden ist, laufen zur Zeit außerdem Gespräche über mögliche Alternativen zu einer Abweichung vom Tarifvertrag zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsführung der Firma ZF.

Die IG Metall Witten würde eine betriebliche Einigung jenseits einer Tarifabweichung begrüßen. Wie die Erfahrung zeigt, stellt ein reiner Lohnverzicht keine nachhaltige Strategie zur langfristigen Verbesserung der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens dar. Wir setzen auf besser statt billiger! “Die Beschäftigten sind die wirklichen Experten für die Arbeitsabläufe in den Betrieben. Sie sehen jeden Tag, wo es hakt und wo Verbesserungspotential besteht”, so Lars Beez, politischer Sekretär der IG Metall Witten. In den kommenden Monaten werden gemeinsam mit den Beschäftigten, dem Betriebsrat und der IG Metall Workshops innerhalb der Arbeitszeit durchgeführt werden, um diese betrieblichen Potentiale zu bergen und weitere Möglichkeiten zur Prozessoptimierung bei ZF zu entwickeln.

Zunächst aber wird der vom Betriebsrat eingesetzte Sachverständige, Unternehmensberater Gerd Banner, die wirtschaftlichen Zahlen, Daten und Fakten des Unternehmens beleuchten, um einen unabhängigen Blick auf die Lage des Unternehmens zu gewährleisten. Im Rahmen der gestrigen Veranstaltung begrüßte Banner die Entscheidung der Arbeitnehmerseite, sich vor der Entscheidung über die Aufnahme von Verhandlungen ein gründliches und qualifiziertes Bild über die Situation im Unternehmen zu verschaffen.

Für diejenigen, die nicht an der Mitgliederversammlung teilnehmen konnten, stellt sich der Sachverständige des Betriebsrates noch einmal kurz im Video vor.

 

Aus der Wissenschaft – besser statt billiger wirkt

Die Beschäftigten sind die wirklichen Experten für die Arbeitsabläufe in den Betrieben.

Das ergab auch eine Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen aus dem Jahr 2011, welche die Kampagne der IG Metall NRW, im Auftrag der Hans-Böckler Stiftung untersuchte. Die Autorin der Studie, Dr. Tabea Bromberg, stellt dazu fest:  „Eine entscheidende Rolle spielt die Beteiligung der Beschäftigten, denn ihr fachliches Wissen als Experten ihrer Arbeit stellt für die Betriebsräte eine unverzichtbare Ressource in der Auseinandersetzung mit dem Management dar“. Deshalb beziehen viele Betriebsräte einzelne Beschäftigte, Gruppen – etwa in Workshops – oder die gesamte Belegschaft z.B. über eine Befragung in die Entwicklung ihrer Konzepte ein. Wichtig sind auch von der IG Metall vermittelte externe Berater. Sie helfen dabei, die von der Geschäftsleitung vorgelegten Zahlen zu überprüfen und die Organisation auf Alternativen abzuklopfen. Außerdem sind es häufig die Berater, die die Beteiligung der Mitarbeiter organisieren.

Die vollständige Studie des IAQ findet ihr unter: http://www.iaq.uni-due.de/aktuell/presse/2011/111107.php

 

 

 

2 Kommentare »

  1. Heinz Werz 19. Januar 2017 at 09:13 - Reply

    Schön dass Ihr den Beitrag des Sachverstndigen noch mal einstellt, da er ja bei der Veranstaltung am Vormittag nicht anwesend sein konnte.

    • Onlineredaktion 19. Januar 2017 at 09:32 - Reply

      Sehr gerne! Wir wollen den Prozess so transparent wie möglich gestalten.

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